Folgeschäden

Drucke diese Seite

Erhalten Sie Schmerzensgeld (immateriellen Schadenersatz) und einen Ersatz Ihres Vermögensschadens (materiellen Schadenersatz), so ist der Fall damit noch nicht abgeschlossen. Denn möglicherweise stellt sich nach mehreren Monaten oder Jahren heraus, dass es noch Folgeschäden gibt, die sich erst langsam entwickeln (es wird z.B. doch noch eine Revisionsoperation notwendig).

Verjährung

Diese Folgeschäden können Sie aber regelmäßig später als drei Jahre nach dem Jahr des Schadenereignisses nicht mehr geltend machen, weil Ansprüche dann verjährt sind. Denn maßgeblich für den Beginn der Verjährung ist nicht der Eintritt des Folgeschadens, sondern das Ende des Jahres, in dem man Kenntnis vom Schadenereignis erwirbt.

Man sollte also vom Schädiger nicht nur zeitnah ein Schmerzensgeld und Schadenersatz verlangen, sondern auch ein Anerkenntnis wegen künftiger Schäden und einen Verzicht auf die Einrede der Verjährung. Nur dann können Sie auch später als drei Jahre nach dem Jahr der Schädigung noch künftige materielle und künftige immaterielle Schäden geltend machen.

zeitliche Reichweite einer Schmerzensgeldzahlung

Für künftige immaterielle Schäden gilt dabei folgende Besonderheit: Das Schmerzensgeld deckt nicht nur die vergangenen Schmerzen ab, sondern auch diejenigen, die nach dem bekannten medizinischen Sachstand für die Zukunft als vorhersehbar gelten (also dass man mit der Bein-Prothese den Rest seines Lebens wird leben müssen). Nur wenn Ihnen also medizinisch unvorhersehbare neue gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen (nach der Unterschenkel-Amputation kommt noch eine Oberschenkel-Amputation hinzu), kommen überhaupt weitere Schmerzensgeldansprüche in Betracht.

Abgeltungsvergleich

Wenn eine Haftpflichtversicherung freiwillig einen Schaden reguliert, bietet sie meist eine höhere Zahlung dafür an, dass Sie auf künftige Ansprüche verzichten. Bei einem solchen Abfindungsvergleich mit „Vorbehaltsverzicht“ ist Vorsicht geboten (siehe Abfindungsvergleich).

Folgeschäden